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Darf man mit Adolf Hitler vor Aids warnen?

// 9. September 2009 // Keine Kommentare » // Internet, Leben, Medien

aids

Momentan heiß diskutiert ist ein Werbespot des Vereins Regenbogen. In einem Video zur Kampagne “Aids ist ein Massenmörder” ist ein dunkler Raum zu sehen, in dem sich ein Paar vergnügt und Sex hat. Nach einigen Szenen, die auch nicht unbedingt jugendfrei sind, gibt sich das wahre Gesicht des Mannes zu erkennen: Es ist Adolf Hitler. Darauf hin der Slogan “Aids ist ein Massenmörder”. Darf man das? Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat den sofortigen Stopp der Kampagne gefordert, mit der Begründung, dass dieser Spot alle Opfer des Nationalsozialismus verhöhne. Es sei die schlimmste Kampagne seit dem Ausbruch der HIV-Epedemie. Diverse Plattformen im Internet, unter anderem YouTube und Facebook sahen das ähnlich und entfernten das umstrittene Video mit Hinweis auf die Verletzung der Nutzungsbedingungen. Der Verein selbst ist nach wie vor von der Idee überzeugt: “Die Kampagne kommt bei jungen Menschen sehr gut an. Die Botschaft ist klar. Wer die Botschaft versteht, versteht auch diese Kampagne. Die Kampagne ist jetzt angelaufen, wir werden sehen, was die nahe Zukunft bringt”, sagte der Vorsitzende Jan Schwertner. Auch ist der Spot auf der Internetseite aids-ist-ein-massenmoerder.de nach wie vor zu sehen. Die Plakate zur Kampagne zeigen weiterhin auch noch Stalin und Sadam Hussein in eindeutigen Posen mit jeweils nackten Frauen.

Ich finde in der heutigen Gesellschaft verfallen immer mehr die Grenzen, bzw. diese verschieben sich immer deutlicher. Während man früher noch nichtmal das Wort “Sex” öffentlich in den Mund nehmen durfte, ohne schräg angeguckt zu werden, dreht man heute Kampagnen mit Gesichtern von den größten Verbrechern der Geschichte und rechtfertigt dies damit, dass man den Ernst der Lage verdeutlichen und schocken will. Das geht mir persönlich zu weit. Weiterhin eröffnet die Aktion bzw. der Spot ansich viel zu viel Interpretationsfreiraum, sodass man als Initiator von Fragen wie “Warum setzen Sie HIV-Infizierte mit Massenmördern gleich?” nicht verschont bleiben kann. Darüber hätte man sich vorher im Klaren sein müssen. Provozieren OK – aber nicht unter aller Gürtellinie.

Quelle: GMX.de

Zusammenhängende Links:
aids-ist-ein-massenmoerder.de – Das Video

Internetabzocke – Ein Statement

// 4. August 2009 // 1 Kommentar » // Internet, Lustiges

abzocke

Welches Fernsehmagazin, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, hat es nicht schon zur Genüge durchgekaut: Abzocke im Internet. Da werden sich zwei bis drei Opfer von dreister Abzocke herausgesucht und dann wird darüber debattiert wie unverschämt und schlimm es doch heutzutage mit dem Internet ist und wie schnell man in die Abzockfalle tappen kann.

Donald Duck aus Entenhausen hat es am eigenen Leibe erfahren. Als er sich neulich ganz unbeschwert an seine Windows-Dose setzte, die er einige Tage zuvor noch günstig auf dem Flohmarkt abstauben konnte, ahnte er noch nichts Böses. Er wollte auch mal dieses Internet nutzen, auf das er von einem Bekannten aufmerksam gemacht wurde. Auf der Suche nach einem hochwertigen 0815 IQ-Test im Internet gab er fix bei seinem neuen Freund Google die Suchphrase “IQ-Test kostenlos” ein. Auf Anhieb spuckte Google die tollsten Internetseiten heraus. Donald klickt auf die erste Anzeige mit dem Titel “IQ-Test vollkommen kostenlos*, günstig*, umsonst* “. Die Seite sah richtig professionell aus, die großen Sternchen neben den auffällig gestalteten “KOSTENLOS”-Buttons machten ihn nicht stutzig. Nachdem er die hochwissenschaftlichen Fragen ausgefüllt hatte erschien aufeinmal ein Formular. Um das Testergebnis zu erfahren musste Donald jetzt lediglich seine Adresse angeben und dann würde er endlich wissen, wie es um seine Intelligenz steht. Gesagt getan. Noch schnell die Häkchen bei “AGB’s und Datenschutzbestimmungen akzeptiert” gemacht und fertig ist der Lack. Leider war das Ergebnis erschütternd: Donald hatte einen IQ in der Gegend kurz über dem Gefrierpunkt. Na ja egal.

Zwei Wochen später flattert bei Herrn Duck dann eine Rechnung ins Haus, über 100€. Absender ist der IQ-Test Anbieter. Donald ist böse, er fühlt sich über’s Ohr gehauen und schaltet einen Rechtsanwalt ein, da der Test doch offensichtlich total kostenlos war.

Gegen solche Probleme hat sich die Redaktion von “Computer BILD” ans Werk gemacht, und ein Freeware-Tool gegen Internetabzocke herausgebracht. Ich sage: Total nutzlos! Wer das Internet nutzt, sollte sich auch vorher informieren, wie man damit umgeht. Und dass man bei kostenlosen Angeboten eher skeptisch gegenüber Adressformularen sein sollte, versteht sich von selbst. Bevor man seine Kontaktdaten angibt sollte man auf jeden Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen, da dort meistens von versteckten Kosten geredet wird. Auch ein Dutzend Sternchen auf der Webseite sollten einen stutzig machen. Dass diese Art von Geldeintreiberei eine Sauerei ist, steht außer Frage, das möchte ich auch überhaupt nicht bestreiten. Moralisch ist sowas zweifelsohne verwerflich, nur leider ist es rechtlich eine Grauzone, sodass die Betrüger weiterhin ihr Unwesen im Netz treiben können. Mit gesundem Menschenverstand und offenen Augen, sollte man mit Internetabzocke der oben geschilderten Art im Prinzip keine Probleme haben.

Bildquelle: svair @ aboutpixel.de
Zusammenhägende Links:
Der Computer BILD Abzock-Schutz

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