Schlag den Raab: 3,5 Mio. gegen einen!

// 13. September 2009 // Medien

raab

Gestern kam Stefan Raab mit seiner ersten “Schlag den Raab”-Sendung zurück aus der Sommerpause. Wie gewohnt wurden ab 20:15 Uhr zunächst die Kandidaten vorgestellt, wonach ein Hans-Martin die Zuschauer zunächst auf seine Seite zog und das Votum gewann. Er durfte gegen Raab antreten. Schnell drehte sich der Spieß entgegen der sonstigen SDR-Geflogenheiten aber um. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Kandidat durch diverse Äußerungen, Arroganz und eindeutig zuviel Selbstbewusstsein zum Buhmann der gestrigen Show, was zum Schluss, als Raab verlor, mit heftigen Buhrufen seitens des Publikums sanktioniert wurde.

Dabei sah er doch eigentlich ganz nett und zuvorkommend aus, der Hans-Martin. 24 Jahre alt, jung und dynamisch, angehender Apotheker und einen IQ von 140 – das Ergebnis des Zuschauervotums kann man da schon nachvollziehen. Mit der Zeit wurde klar, dass Intelligenz und soziale Intelligenz meilenweit entfernt liegen können. Schon bei anfänglichen Spielen, wo es beispielsweise Ziel war, den Gegner mit einer Art Stock von einem Balken zu schubsen, hat Hans-Martin schon penibel auf die Richtigkeit geachtet und fortwährend immer wieder die Entscheidungen des Schiedsrichters an den Pranger gestellt. Gut, dagegen ist nichts einzuwenden – das macht Raab schließlich auch. Der Kandidat jedoch, bei dem das Überprüfen der Entscheidungen extreme Maße angenommen hat, fiel beim Publikum in der Beliebtheitsskala immer weiter nach unten. Aber es wurde noch schlimmer. Man will nicht sagen, dass er respektlos war, aber ein anderes Wort fällt mir zur Zeit nicht ein. Als Stefan bei einem Spiel auf die Frage “Welche drei Nationen erreichten in der Ära der Frauen-Europameisterschaft das Finale? Schweden, Deutschland und….?” mit “USA” antwortete, verfiel Hans-Martin in spöttisches Gelächter: “Stark! Europameisterschaft, Stefan – ganz großes Tennis!” – ist das die richtige Reaktion auf einen Fehler des Kontrahenten? Definitiv nicht! Das Sahnehäubchen war anschließend das Diskuswerfen. Anfänglich noch große Schwierigkeiten, kam Raab immer mehr an Hans-Martin ran, der nach wenigen Versuchen das Spiel mit 29,99 m Weite angeführt hat. Als Raab nach seinem vierten von fünf Versuchen immer noch kein genügendes Ergebnis erzielte, fragte ihn der Kandidat: “Soll ich überhaupt noch werfen? Oder willst du nur noch?”. Das war in meinen Augen einfach nur eine bodenlose Frechheit und Arroganz pur. Scheinbar sah Raab das genau so und übertraf Hans-Martins Leistung mit seinem letzten Wurf um 5m und gewann das Spiel – das war der beste Moment des Abends. Spätestens jetzt waren die ca. 3,5 Millionen Zuschauer gegen den Kandidaten und für den Entertainer von ProSieben und zeigten das auch deutlich mit tosendem Applaus für Stefan und verhaltenen, einzelnen Klatschern für Hans-Martin.

Während mittlerweile auch der Moderator und sogar Kommentator schnippische Kommentare abgaben, entwickelte sich im Internet eine regelrechte Hassgemeinschaft gegen Hans-Martin und dies mehr oder weniger sachlich. Wie ich in einem älteren Artikel schrieb, ist es bei Twitter am einfachsten, seinen Senf zu irgendwelchen Themen loszulassen, sodass die Anti-Hans-Martin-Aura dort am meisten Anklang fand. “Keiner wird in deutschen wohnzimmern heute so gehasst wie dieser sozial-zurückgebliebene Hans-Martin”, “Hoffe das erste mal seit langem das raab gewinnt und nicht der Meckertünnes da”, “Erstaunlich wie das Publikum mittlerweile feiert, wenn Stefan nen Punkt holt. Recht so!” hieß es da. Und auch das Medienmagazin DWDL kommentierte auf Twitter: “Unglaublich. Der Kandidat spricht ja überhaupt nicht mit Raab oder Opdenhövel und macht auch noch die Kamera blöd an.”. Von den etlichen Forendiskussionen ganz zu schweigen, haben bis jetzt auch etliche Blogs über den unsympathischsten SDR-Kandidaten des Jahres geschrieben und ebenfalls auf YouTube und z.B. studiVZ wurden kritische Videos bzw. Gruppen hochgeladen und eröffnet.

Am Ende konnte Hans-Martin dann doch die 500.000€ für sich entscheiden – er selbst triumphierend aber vom Publikum ausgebuht. Stefan Raab sagte darauf hin man müsse fair bleiben und dass der Sieg gerechtfertigt sei. Er lockerte die relativ angespannte Situation und gab zu: “Deshalb müssen Sie aber nicht gleich ausflippen ;)”. Auch Raab merkte man an, dass er nicht gut auf den gestrigen Kandidaten zu sprechen war: “Ich verliere zwar ungern, aber diesmal besonders!”

Fotoquelle: ProSieben

Zusammenhängende Links:
“Hans-Martin so sollte man es nicht machen”
“Phänomen Hans-Martin: Hat die Schwarmintelligenz versagt?”
“Schlag den Raab: Hans-Martin gegen den Rest der Welt…und Stefan!”
“Unglaublich, der Kandidat spricht ja überhaupt nicht mit Raab [...]“
“Schlag den Raab: Hans-Martin von Publikum ausgebuht!”




4 Kommentare zu “Schlag den Raab: 3,5 Mio. gegen einen!”

  1. Markus sagt:

    Man ich reg mich immer mehr auf das ich es gestern nicht angeschaut hab. man kann sich einfach nicht wirklich einen Eindruck machen, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

    PS: ich bin aber generell immer für Raab^^

  2. Chris sagt:

    Ja es gibt immer die zwei Parteien. Eine ist aus Prinzip gegen Raab, und eine immer für. Ich gehöre auch zur zweiten. Du musst mal ein wenig bei YouTube suchen. Da gibt es einige Videos. Aber auch auf der eigenen Webseite schlagdenraab.de sind schon Videos zu sehen.

  3. tobiCOM sagt:

    Da schaut man 1 mal nicht SDR und schon verpasst man das Event des Jahres :)

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