Archiv für Leben

Kritik am Deutschunterricht

// 28. August 2009 // 2 Kommentare » // Leben

deutsch

Goethe, Schiller, Kafka – Das ist der Unterrichtsstoff der nach der Sekundarstufe 1 an einem deutschen Gymnasium unterrichtet wird. Das heißt: Interpretation, analysieren von Texten, Zusammenhänge mit sprachlichen Mitteln herstellen – und das ausschließlich und ganze drei Jahre lang. Im Deutschunterricht lernt man sich mehr oder minder seriös auszudrücken, Texte zu verfassen und die Tiefsinnigkeit mancher Dichter & Denker zu erkennen. Um einen literarischen Text zu analysieren braucht man zunächst einiges Grundwissen: Ohne Paronomasie, Asyndeton, Polysyndeton und Enallage kommt man da nicht weit. Noch nie gehört? Mit Sicherheit, sonst hättest Du jede Deutschklausur in deiner Schulzeit in den Sand gesetzt.

Aber es ist wie so oft beim Schulstoff. Man braucht es für das spätere Leben eigentlich nicht, aber muss es sehr wohl mal gemacht haben. Mich stört es jedoch, dass sich die Oberstufe auf das Rätsellösen von Gedichten und Literatur beschränkt. Im Endeffekt ist eine Interpretation immer noch Ansichtssache, die so verquer und stumpfsinnig sein kann, wie sie nur will, solange man nachvollziehbare Belege & Beweise am Text hervorbringen kann und mit einem geschickten Händchen schafft man das auch in aller Regel. Jetzt ist man, und das ist mein eigentliches Problem, am Ende der 13. Stufe, hat alle möglichen Dichter & Denker erfasst und durchgenommen, aber dennoch keinen Schimmer wie man heutzutage zum Beispiel einen Artikel schreibt oder sich geschweige denn der Deutschen Sprache mächtig ausdrückt. Man hat drei Jahre lang seine Sinne geschärft, mit intellektuellen Meinungen und Ansichten, aber kann keine zwei fehlerlosen Sätze in einer Bewerbung verfassen. Na klar – Jeder kann schreiben und das vielleicht auch möglicherweise fehlerfrei, aber ich finde der Deutschunterricht sollte mehr die Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache lehren. Die Schüler sollten viel präsenter beigebracht kriegen, wie man einen lebvollen Text schreibt, wie man Dinge gut lesbar beschreibt, wie man Sätze anständig aufbaut und formuliert, wie man Sprachgefühl bekommt, wie man Wortwitz nutzen kann…all das sind Dinge, die meiner Meinung nach wichtiger sind als das stumpfe “Einleitung – Hauptteil – Schlussatz – Meinung”, was natürlich nicht fehlen darf, da die Interpretation natürlich den Charakter und die Fantasie des Individuums prägt. Am Ende heißt es dann “Ich bin ser gebilded, Kaffker, isst mein Liblingsdichder!”…schade.

Der hässlichste Flyer des Jahres

// 25. August 2009 // 4 Kommentare » // Leben, Medien

flyer

Ich bin immer wieder erstaunt, was für Kreationen manche Leute durch die Durckmaschinen jagen. Die Mentalität “Warum soll ich professionelle Hilfe beanspruchen, wenn es doch tolle Programme zum Selbermachen gibt?” scheint sich hartnäckig zu halten. Der neue Flyer (Siehe Bild unten rechts) für eine Abiparty in unserer, ich will nicht sagen Dorfdisco, ich lebe ja schließlich in einer Kreisstadt, füllt genau dieses Klischee passend aus. Da wird bei der Gestaltung eines Flyers, der junge Leute ansprechen soll, weder auf Farbkompositionen oder Lithografie geachtet, noch auf die angemessene Darstellung von Informationen. Für die einzige große Disco im Umkreis ist das leider ein Armutszeugnis – scheinbar scheinen die Besitzer des Ladens mit ihren 3,50€ pro 0,3l Becks (nicht gerade in einer “Happy Hour”) nicht genug zu verdienen, um ein anständiges Marketing zu realisieren.

abi-badMal genauer hingeschaut: Seit wann nutzt man einen Screenshot seines Computers, um damit einen Flyer zu designen? Der Zusammenhang zwischen Disco, Party und der Oberfläche eines Betriebssystems will mir einfach nicht einleuchten – Dass sich bei der Gestaltung jemand etwas gedacht hat, ist aber auch nicht zu erwarten. Hauptsache bunt und Trendfarbe lila – dann passt das! Der eigentliche Hintergrund ließe sich ja fundamental super für einen Flyer verwerten, jedoch versauen die vermutlich mit Paint hereingeworfenen Infos in den einzelnen Fenstern, die zudem noch mit völlig unpassenden Farbflächen unterlegt sind, das komplette Erscheinungsbild zusätzlich. Das Sahnehäubchen ist aber zweifellos der Schriftzug “Let’s The ABI BEGINN”, bei dem sich Freunde der “Abgeflachte Kante und Relief”-Funktion in Photoshop ans Werk gemacht haben. Über den Sinn dieser Aussage kann man übrigens debattieren, mal abgesehen davon, dass sich “begin” im Englischen mit lediglich einem “n” schreibt und ich die Wahl der Groß- bzw. Kleinbuchstaben nach aller Mühe nicht nachvollziehen kann.

Wenn ich jetzt zu dieser Party, deren Flyer zum Hingehen anmutet, gehen möchte – wieviele bezahle ich dann? Hätte man nicht bei dem Screenshot noch ein Fensterchen für die Kosten aufziehen können? Hätte man, aber bei Fehlen eines Konzepts darf man nicht zu viel erwarten. Die letzte Frage, die ich noch stellen möchte: Warum modelt man sein Windows so um, dass es aussieht wie ein Pseudo-Apple-Betriebssystem? Feiert schön…

Nach Dienstwagenaffäre: Merkel feiert auf Staatskosten!

// 24. August 2009 // Keine Kommentare » // Allgemein, Leben

staatskostenparty

Es wird immer heißer, wenn man den Werdegang unserer Steuergelder beobachtet. Wo jüngst noch Ulla Schmidt mit ihrem pseudogeschäftlichen Aufenthalt in Spanien und einem unversicherten Mercedes der Staatskasse zur Last fiel, kommt nun heraus, dass von Seiten Angela Merkels auch gerne mal Parties für Bank-Chefs wie Josef Ackermann zelebriert werden – natürlich ebenfalls auf Staatskosten. Und wo kritische Stimmen laut werden, da ist ein “offizielles” Statement nicht weit. Laut einem Regierungssprecher, habe Deutsche-Bank-Chef Ackermann seinen 60. Geburtstag nämlich gar nicht im Kanzleramt gefeiert, sondern er wurde lediglich zum Anlass für ein Abendessen mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft genommen. Und für solche Anlässe gibt es natürlich einen Steuer-Pott, bei dem man sich bedienen kann.

Wenn man also schon unser aller Geld für nichtige Speiseversammlungen auf den Kopf haut, sollte man sich der Öffentlichkeit gegenüber jedoch wenigstens etwas absprechen. Josef Ackermann erzählte nämlich neulich in einem Interview noch, dass die Kanzlerin gerne etwas für ihn tun wollte und er doch mal kurze fünfzehn ca. 30 Freunde und Freundinnen einladen solle, mit denen er gerne einen Abend verbringen würde. Autsch! Das weicht dann doch etwas von dem offiziellen, leider nicht “wise”, Statement ab. Die Kosten für das an dem Abend zu Verfügung gestellte Servicepersonal belaufen sich übrigens auf rund 2100 € – die genauen Kosten des Abends können jedoch nicht ermittelt werden.

Dass die Opposition empört ist – kein Wunder. Ich meine, kann man als Kanzlerin zu einem Kumpel gehen, der obendrein noch Chef einer Bank ist und sagen: “Hey, was hälste davon, wenn wir mal eine richtige Sause starten – Deutschland bezahlt, kein Problem!”. Nein, kann man nicht. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler sah das verständlicherweise ähnlich: “Wenn aus einem privaten Anlass dort eingeladen wird, dann ist das nicht in Ordnung. Das kann nicht auf Steuerzahlerkosten bezahlt werden.” Aber was jetzt privat ist und was geschäftlich, das wissen die führenden Personen in der Politik ja bekanntermaßen geschickt zu verschmelzen…Was kommt als nächstes?

Fotoquelle: stern.de

Zusammenhängende Links:
• stern.de – Ackermanns 60. im Kanzleramt: Auf Staatskosten!