Archiv für Internet

Die Süddeutsche kauft sich das Lob. Wirklich?

// 19. Januar 2010 // Keine Kommentare » // Internet

In letzter Zeit versuchen viele Printmedien wie z.B. die Bild, der Stern, Focus oder Bunte den Sprung auf das iPhone zu wagen. Auch die Süddeutsche Zeitung sprang auf den Zug auf und um ihrer Application im iTunes-Store etwas mehr Promotion zu verleihen, wurden bei Trigami fleißig Lobeshymnen bei Bloggern gekauft. Trigami ist ein Service, der das bezahlte Bloggen ermöglicht. Das heißt Anbieter können für lobende/werbende (Advertorials), aber auch für kritische Artikel (Reviews) Anzeigen aufgeben.

Auch der SZ-App sollte mit dem Service etwas Aufschwung verliehen werden und auch schlagende Argumente für die Applikation wurden direkt in der Anzeige zum Kopieren veröffentlicht: “Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden” oder “Man kann seinen Kollegen/Bekannten zeigen, dass man auf Qualität setzt”. Auch wurde darauf hingewiesen, dass man im gleichen Atemzug, nach Herunterladen des Programms, eine möglichst gute Bewertung mit Kommentar abgeben solle.

Nach Bekanntwerden der eingekauften Lobeshymnen dementierte die Süddeutsche aber fleißig: In einem Kommentar beim “Upload Magazin” betonte Marketingleiter Peter Bilz-Wohlgemuth, dass es gar nicht gewollt war, lobende Artikel einzukaufen. Eigentlich sollte die Anzeige bei den unvoreingenommenen “Text Reviews”, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen können, erscheinen. Schnell war der Verantwortliche gefunden: Trigami-Geschäftsführer Remo Uharek bestätigte, dass die Anzeige fälschlicherweise bei den “Advertorials” eingetragen wurde. Der Fehler lag also nicht bei der SZ. Diese hatte ausschließlich darauf hingewiesen, dass das Ergebnis der Aktion möglichst viele positive Bewertungen mit sich bringen sollte, aber den Bloggern keinesfalls Inhalte vorgeschrieben werden sollten.

Ende vom Lied ist nun, dass die Kampagne und Zusammenarbeit mit Trigami unverzüglich beendet wurde. Unter anderem auch deshalb, weil diese Form des Marketings nicht die Erwartungen erfüllt haben soll. Die Sache hat natürlich insgesamt für die Süddeutsche das komplette Gegenteil von dem erzeugt, was gewollt war: schlechte Publicity. Diesen Fehler muss sich aber wohl oder übel Trigami auf die Fahne schreiben…

Zusammenhängende Links:
DWDL: Wie die “SZ” versehentlich Lobhudeleien einkaufte

Bildquelle: trigami.com, sueddeutsche.de

Google und China: Dissonanz!

// 18. Januar 2010 // Keine Kommentare » // Internet

Der Begriff Dissonanz (von lateinisch: dis = „unterschiedlich, auseinander“ und sonare = „klingen“) ist in der Musik die Bezeichnung für Intervalle und Akkorde, die in der traditionellen Musik als „auflösungsbedürftig“ empfunden werden. Quelle: Wikipedia.de

Auflösungsbedürftig. Das ist das derzeitige Verhältnis zwischen der Volksrepublik China und dem Internetunternehmen Google wahrhaftig. Nun stellte sich heraus, dass die chinesischen Computerhacker, die mitte Dezember 2009 mit Hilfe eines abgeänderten Hydraq-Trojaners auf einige Google-Konten zugriffen, womöglich interne Kooperationspartner bei Google hatten. Chinesischen Medienberichten zufolge sollen seit kurzem einigen Google-Mitarbeitern interne Netzwerkzugriffe verwehrt werden. Offizielle Stellungnahmen seitens des US-Konzerns gibt es noch nicht.

Zurückzuführen sind die Uneinigkeiten zwischen den beiden Parteien auf Angriffe seitens der chinesischen Regierung. Es sollen vorsätzlich Google-Konten von Bürgerrechtlern gehackt worden sein, um die Zensur-Situation der Volksrepublik nicht beeinflussen zu lassen. Google liegt schon länger mit China im Clinch, da es eine unzensierte Fassung seiner Suchmaschine, auch in China, durchsetzen möchte. Ein in Peking arbeitender Computerexperte erklärte gegenüber stern.de: “Ich denke Google muss die besondere Lage in China berücksichtigen. Die Zensur hat hier eine lange Tradition, das kam schließlich nicht plötzlich. Wenn man die Situation irgendwie ändern möchte, geht das nur in einem langsamen Prozess. Die Zensur einfach zu verbieten – das wird kaum klappen.” Aufgrund jüngster Vorfälle bzgl. Hack-Angriffen verhandelt Google nun mit der chinesischen Regierung. Es erwägt sogar einen Rückzug aus China. Google beharrt darauf, dass die chinesische Version der Suchmaschine den geltenden Gesetzen gerecht wird.

Die Globalisierung scheint scheinbar in einigen Bereichen ihre Probleme mit sich zu bringen. Das weltweite Verwirklichen einer Idee, eines Konzepts oder Produkts funktioniert nur, wenn man sich im Klaren ist, Abstriche, fernab der eigenen Vorstellung und Sichtweise, machen zu müssen. Dass Google sich aus dem chinesischen Markt zurückzieht ist unwahrscheinlich, da dann große Gewinnchancen ungenutzt blieben.

Zusammenhängende Links:
Hacker-Attacken: Google fahndet nach Maulwurf

Domain-Grabbing, ich war schneller!

// 3. Januar 2010 // Keine Kommentare » // Internet, Lustiges

Eine Domain ist in unserer Internet orientierten Welt soetwas wie eine Postleitzahl, eine Hausnummer oder eine Straße. Verschiedene Webseiten verbirgen sich dahinter und bauen sich ihren Namen hinter den virtuellen vier Wänden auf. Google, Facebook, Wikipedia – alle haben sie es vorgemacht und es geschafft, in aller Munde zu sein – auch in der nicht-digitalen Welt. Für manche eine gute Möglichkeit sich mit fremden Federn zu schmücken. Die meisten Unternehmen handhaben es so, dass sie zeitgleich mit der Originaldomain auch Domains anmelden, die aus häufig passierenden Rechtschreibfehlern entstehen können. Tippt man zum Beispiel “www.goggle.de” in seine Adresszeile ein, wird man auf die bekannte Suchmaschine weitergeleitet. Das klappt aber nicht immer. Hier eine Liste, der versäumten Domain-Anmeldungen.

Twitter
Der Microblogging-Dienst ist unter Twitter.com zu erreichen. Wer sich vertippt und ausversehen mal ein “t” vergisst, landet auf einer kommerziellen Linksammlung.

Das weiße Haus
Ein Klassiker ist mittlerweile die Domain “whitehouse.org”. Dort wird man amüsanter Weise noch mit Informationen rund um Alt-Präsident George W. Bush versorgt. Die offizielle Webseite ist jedoch “whitehouse.gov”.

Wikipedia
Der Buchstabendreher “Wikipeida” dürfte relativ häufig vorkommen und hat ebenfalls den Aufruf einer kommerziellen Linksammlung zur Folge.

Amazon
Wer die Seite “amazone.de” aufruft, gelangt auf die Webpräsenz eines Traktorherstellers. Zum Schmunzeln ist dabei, dass direkt auf der Startseite ein Verweis auf das Online-Versandhaus untergebracht ist.

Microsoft
Unter “mircosoft.de” befindet sich die schlichte Aussage: “This domain has been blocked”.

Flickr
Die Besitzer der Domain “flicker.com” scheinen mit ihrer Namens-Verwandheit zum Online-Fotodienst Profit machen zu wollen. Man gelangt auf eine inhaltslose Seite, die Auskunft über Visits und Besucherzahlen der Domain gibt und anschließenden Kontaktmöglichkeiten.

Im Prinzip kann man mit einer solchen Domain echtes Geld machen. Große Unternehmen wie Google und eBay haben jedoch vorzeitig darauf geachtet, aus Imagegründen verschiedene “Vertipper-Domains” aufzukaufen. Besonders das mit dem weißen Haus kann man jedoch, finde ich, schon fast als Irreführung bezeichnen.

Zusammenhängende Links:
Domainvertipper: Fotoshow

Navigation: