Archiv für Oktober, 2009

TV Today + TV Spielfilm = identisches Magazin

// 24. Oktober 2009 // 3 Kommentare » // Lustiges, Medien

tvtoday

Die Fernsehzeitschriften “TV Today” und “TV Spielfilm” erscheinen seit längerem beide beim Burda-Verlag. Aufgrund dieser Tatsache hat man sich gedacht: “Warum denn zwei Redaktionen für zwei Fernsehzeitungen beschäftigen? – Viel zu teuer”. Das mag auch der Grund gewesen sein, warum die “TV Today” im Kern nur eine recycelte “TV Spielfilm” darstellt. Laut Stefan Niggemeier, kann man sich die Produktion einer “TV Today” im Wesentlichen so vorstellen: Man nimmt die „TV Spielfilm”, baut ein neues Cover, rechnet die Daumen-hoch- und -runter-Symbole im Programmteil in Punkte um, ersetzt das Wort „TV Spielfilm” durch „TV Today” und ändert die Überschriftentypografie … traurig aber wahr. Damit der große Schwindel aber nicht so offensichtlich ist, verschiebt man einige Artikel gekonnt, lässt sie ganz weg oder kürzt diese bei Bedarf auch noch.

samething

Aber irgendwann musste die journalistische Raffinesse – so brilliant sie doch war – ordentlich in die Hose gehen. Es sind halt auch nur Menschen, die hinter “TV Today” bzw. “TV Spielfilm” bzw. beidem …. Das “Worst-Case”-Szenario ist nämlich in der aktuellen Ausgabe von “TV Today” Realität geworden. Es wird auf dessen Titelseite ganz groß mit “Stromberg ist zurück” und einem Exklusiv-Interview geworben. Nach längerem Hin- und Her-blättern fällt einem jedoch auf, dass das angekündigte Interview nirgendwo zu finden ist. Wurde es etwa vergessen? Nein. Um es zu lesen müsste man sich einfach die “TV Spielfilm” kaufen, denn dort ist das Interview irrtümlicherweise untergebracht worden – Autsch! Aber guter Trick, so zwingt man die Konsumenten direkt zwei seiner Fernsehzeitschriften zu kaufen.

Mal ehrlich: Sowas finde ich einfach nur lächerlich. Geld regiert halt doch noch die Welt.

Zusammenhängende Links:
Rangierpanne auf Burda Verschiebebahnhof

Amüsanter Marketingkrieg

// 23. Oktober 2009 // 3 Kommentare » // Medien, Technik, Soft- und Hardware

marketingkrieg

Ein wichtiger Aspekt, um sich als Unternehmen zu präsentieren und vor allem zu etablieren, ist die Werbung. Und in genau dieser hat man viele Möglichkeiten und heutzutage wird es immer mehr zum Trend, statt neutrales Marketing zu betreiben, bewusst zu provozieren und in den Ring mit den Konkurrenzfirmen zu steigen – und das so offensichtlich wie nie. Ich persönlich finde es extrem amüsant zu beobachten, wie sich Firmen über ihre Werbung unterschwellige Seitenhiebe geben und der Konsument beim Ende z.B eines Werbespots mit einem Schmunzeln reagiert. Das beste Beispiel ist da momentan der provokante Werbeclip des Motorola Droid Mobiltelefons, der ganz offensichtlich dem iPhone aus dem Hause Apple eine Kampfansage macht.

Mit der Apple-typischen Wortbildung “iDont” wird dem Konsumenten in witziger Art und Weise, auch in Anlehnung an die Machart der Apple-Spots, erklärt, zu was das iPhone nicht in der Lage ist und weshalb man sich für das Motorola entscheiden sollte. Prinzipiell ein kluger Schachzug, da man so direkt einen, wenn auch nur subjektiven, Vergleich zu einem Konkurrenten aufstellt und dem Konsumenten klar macht, dass mein Produkt das beste auf dem Markt ist. Zu speziell dem obigen Spot gab es einen Apple-Fan, der eine Videoantwort auf YouTube bereitstellte. Aber seht selbst, einfach nur köstlich.

Ein ähnliches Prozedere gab es übrigens auch zwischen RIM und Apple. Microsoft startete eine Werbung, in der man sah, wie eine Brombeere wie eine Rakete durch einen Apfel schoss und diesen somit durchbohrte. Dies sollte Marketing für das RIM-Handy “Blackberry” darstellen. Die Applegemeinde antwortete kurze Zeit später mit einem identisch gestalteten Video, in dem die Brombeere beim Aufprall auf den Apfel in tausende von Teilen zersprang. Ich würde mich freuen in Zukunft ähnliche Seitenhiebe zu sehen….

Zusammenhängende Links:
iDon’t Care – iCame first
Gegen iPhone und AT&T

9Live lernt es nicht mehr

// 22. Oktober 2009 // 1 Kommentar » // Lustiges, Medien

9live

Dass die Spiele bei unserem Call-In-Sender Nummer eins nicht ganz fair und transparent von Statten gehen, ist uns, auch nach den unzähligen Kritikvideos auf YouTube und anderen Videoportalen, unlängst bekannt. 9Live musste sich in der Vergangenheit schon einige Male öffentlich rechtfertigen und stand im Sturmfeuer der Kritik, so auch vor kurzem, als der Sender eine Geldbuße in Höhe von 95.000€ abdrücken müsste, da er die neue Gewinnspielverordnung, die im Februar beschlossen wurde, verletzt hat. Die Landesmedienanstalten (ZAK) haben nun die Möglichkeit, statt die Gewinnspiel-Rüpel nur anzuprangern, diese auch mit saftigen Geldstrafen bis zu 500.000€ zu rügen. Professor Norbert Schneider, ZAK-Beauftragter für Programm und Werbung, kündigte bereits an, dass das Strafmaß konsequent ausgeschöpft würde.

Warum lernt aber 9Live immer noch nicht, obwohl es mit dessen fragwürdigen Spielen doch mit knallharten Fakten immer wieder an die Wand gedrängt wird? Ich kann es mir nur so erklären, dass die Einnahmen so hoch sind, dass solche Geldbußen mal eben aus der Portokasse bezahlt werden können und der Sender danach einfach so verfährt, wie vorher – nur das bringt schließlich die Kohle. Wenn man mal bei der Stupidedia das Wort “9Live” eintippt, erhält man eine lustige Zusammenfassung zum Thema Fairness und Transparenz bei 9Live. Wer dann noch dort anruft, ist meiner Meinung selbst Schuld. Andererseits finde ich es ein hartes Stück, dass der Sender jahrelang schon die Zuschauer mit solchen unlösbaren Gewinnspielen abzockt – und das nahezu ungestraft. Scheinbar ist es nicht möglich dem ganzen einen Riegel vorzuschieben. Als Abschluss möchte ich noch eine lustige “Top 10 der unglaublichsten Gewinnspiel-Lösungen im deutschen Fernsehen”, gemacht von Fernsehkritik.tv, zeigen. Mit solchen Videos kriegt man bei YouTube übrigens locker einen ganzen Nachmittag voll.

Zusammenhängende Links:
Stupidedia.org
Fernsehkritik.tv
Stern.de: Geldbuße: Tricksereien kommen 9Live teuer zu stehen

Fotoquelle: © SevenOne Intermedia GmbH