Archiv für September, 2009

Autsch! Renate Künast und der Fisch-Skandal

// 23. September 2009 // Keine Kommentare » // Allgemein

gruene

Das steht den Grünen aber gar nicht. Und vor allem in Zeiten des Wahlkampfes demoliert ein missglückter TV-Auftritt das Image der Partei gründlich. Aber was ist überhaupt passiert? Keine Geringere als die Bundesvorsitzende des Bündnis 90/die Grünen Renate Künast erregte mit ihrem Auftritt in der ARD-Sendung “Abgeordnet!”, in der Politiker einen Tag lang herkömmliche Arbeiten, fernab der Gewohnheiten, erledigen müssen, aufsehen. Darin war sie Anfang September zu sehen, wie sie mit einem oberbayrischen Landwirt und dessen 7jährigen Sohn versucht hat, einen Fisch zu töten. Die Betonung liegt hierbei auf “versucht”. Die Aktion ging mächtig daneben: nach dem ersten ungezielten Schlag auf den Kopf des Fisches, mit einem Holzknüppel, flutsche dieser aus den Händen des Landwirts und zappelte einige Zeit benommen auf dem Tisch herum, bis er wieder gepackt wurde und als Folge von zwei Nachschlägen dann endlich aufhörte sich zu bewegen – anschließend wurde er bei Bewusstsein, so heißt es, einfach zur Seite gelegt.

Und als ob das nicht schon Pein genug wäre, erzählte die Spitzenabgeordnete dann in der darauffolgenden Szene feucht-fröhlich: “”Da ich Fisch esse oder auch Fleisch, ist für mich eines wichtig: dass man das, was man tut, wenn man sie tötet, sehr ordentlich, professionell und schnell macht” – Eigentor für die grüne Partei. Da ist man kurz vor der Wahl und dann quält die Ober-Tierschützerin schlechthin einfach mal kurze Fünfzehn vor laufender Kamera unschuldige Fische. Der Tierschutzbund ist natürlich zutiefst “irritiert” und “erschüttert” und Altgrüne Barbara Rütting trat aufgrund der Geschehnisse in der TV-Sendung “Maischberger” offiziell aus der Partei aus.

Der Auftritt von Künast war schlicht und ergreifend dämlich – den Grünen aber deshalb vorzuwerfen, sie würden dem Anspruch als Tierschutzpartei nicht gerecht werden, halte ich für unbegründet.

Quelle: stern.de, Grafik: Logo – Bündnis 90/Die Grünen

Zusammenhängende Links:
Renate Künast rutscht auf einem Saibling aus
Künasts Ausrutscher bei TV-Total

Au revoir – Internetsperren ab 2010 Realität

// 23. September 2009 // 1 Kommentar » // Internet

sperre

Heiß umstritten ist das gesetzliche Modell der Internetsperre und doch wird es umgesetzt – zumindest in Frankreich. Demnach sollen ab 2010 Personen, die drei mal beim Herunterladen von urheberrechtlich geschütztem Material erwischt wurden, vom Internet dauerhaft ausgeschlossen werden. Nach mehreren Anläufen hat das französische Parlament das neue Gesetz mit 258 gegen 131 Stimmen am Dienstag verabschiedet. Ein Richter hat also die Möglichkeit, einen Internetverbrecher für maximal ein Jahr von der Nutzung des WWWs zu verbannen. Das Prozedere läuft wie folgt ab: Eine eigens eingerichtete Überwachungsbehörde verschickt zunächst zwei Abmahnungen. Wenn der Adressat weiterhin illegal Musik, Filme oder andere geschützte Werke auf seinen Computer herunterläd, kann die Kontrollstelle gegen ihn vor Gericht ziehen. Die Sperre bleibt dann aber nicht die einzige Konsequenz – auch mit einer Gefängnis- oder Geldstrafe in Höhe von bis zu 300.000 € ist zu rechnen.

Jetzt ist also Schluss mit lustig bei den Franzosen. Das Argument, was auch die linke Opposition hervorbrachte, dass auch Anschlussinhaber verurteilt werden können, die selbst gar keinen Einfluss auf die Urheberrechtsverletzung haben, ist natürlich nichtig. Es heißt nämlich, wer einen Anschluss auf seinen Namen anmeldet, der hat auch dafür Sorge zu tragen, dass damit kein Unfug betrieben wird. Ich finde das jedoch schwammig. Wie kann es beispielsweise einem Familienvater möglich sein, die Machenschaften seines Sohnes genauestens zu kontrollieren – das kann man schlichtweg nur, wenn man jedes mal bei der Nutzung des Internets durch einen Nicht-Anschluss-Inhaber anwesend ist. Da muss definitiv ein weiteres Konzept erarbeitet werden, wie man solche Fälle behandelt. Ich bin jedenfalls froh, dass es in Deutschland nicht schon soweit ist. Wie kann man jemanden denn bitte für 12 Monate vom Internet kappen? Das ist doch gegen unsere Grundrechte. Was ist wenn beruflich das Internet eine tragende Rolle spielt? Ausschließen vom Internet würde natürlich sowieso nicht funktionieren. Man kann höchstens das Anmelden eines Anschlusses auf gewisse Namen verbieten. Aber das heißt noch lange nicht, dass jemand nicht mehr ins Internet kommt. Ich halte von dem Gesetzesentwurf absolut nichts.

Quelle: stern.de

Zusammenhängende Links:
Rette deine Freiheit!

Rammstein – you’ve got a pussy, i have a dick

// 21. September 2009 // Keine Kommentare » // Musik

rammstein

“You’ve got a pussy, I have a dick, So what’s the problem? Let’s do it quick.” – Die Zeilen hört man, wenn man die aktuellen Machenschaften der Band Rammstein mitverfolgt. Mit der neuen Single “Pussy” sind wieder alle Augen auf das Hardcore-Ensemble gerichtet. Aber nicht wirklich der Song an sich, der eine Mischung aus Englisch und Deutsch ist, sorgt für Aufruhr, sondern vielmehr das dazugehörige Video. Dies erinnert mich persönlich an eine alte Weisheit aus der Jorunalismus-Branche: Titten auf den Titel! – Hilft immer. Das Motto scheint auch in der Musik-Welt angekommen zu sein. Im besagten Filmchen sieht man nämlich sämtliche Bandmitglieder beim Akt mit einigen Pornodarstellerinnen und das unzensiert und garantiert nicht zu knapp, um nicht zu sagen wirkt es so, als ob die Szenen, in den Rammstein zu sehen ist einfach in ein kleines Pornofilmchen geschnitten wurden.

Natürlich ist das wieder Futter für die Medien und es gibt mal wieder kein anderes Thema, als ein öffentliches, böse Zungen behaupten zu freizügiges, Musikvideo einer Band, die es offenbar nötig hat mal wieder einen kleinen Hype zu erleben – man muss doch in aller Munde bleiben. Und, man vermag es kaum zu glauben, die Musiksender weigern sich das Video aufgrund von jugendschützenden Gründen zu senden und auch andere Medien boykottieren das Video. Aber sein wir mal ehrlich: Weil die Medien gerade wieder voll auf diesen Schwachsinn abfahren, wird die Jugend doch erst auf die Idee gebracht, sich das Video auf der offiziellen Rammstein-Webseite (Oh – habe ich da jetzt zu viel verraten?) anzusehen um dann zu merken, dass es solche Szenen andauernd, wenn auch nicht in dieser Intensität, irgendwo zu sehen gibt – da hilft das scheinheilige Jugenschutz-Getue der Musiksender, leider Gottes, überhaupt nichts. Um das Explodieren der Bombe erfolgreich zu verhindern, sollten die Medien viel öfter, nicht nur in diesem Fall, einfach mal die Griffel von den Tastaturen und Stiften lassen…dann klappt’s vielleicht auch mit dem Boykott.

Meine Mission ist hiermit auch erfüllt, dem ganzen Hype weiter Futter zu geben. Aber ich denke, es ist eh schon zu spät. Einmal im Monat darf es auf WiseStatements auch mal NonSense zu lesen geben. Ich hoffe ihr verzeiht!

Zusammenhängende Links:
“Rammsteins Rammelei nur gedoubelt?”
“Rammsteins Pussy-Video wirklich harter Stoff”
“Verbotenes Video von Rammstein”